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Kleine Energiedetektive mit großen Zielen

Kinder im Vorschulbereich verbinden erstaunlich viele Assoziationen mit dem Begriff Energie. Entsprechend ihrer Lebenswirklichkeit greift das Projekt "Energie-Detektive" im Rahmen des Modellprojektes "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" das Thema auf und sensibilisiert für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Philosophische Herangehensweise

"Fast schon philosophisch nähern sich Fünfjährige der Frage, was Energie denn überhaupt ist. Ein Kind bewegt die Arme, spürt die eigene Energie. Woher kommt diese Energie? Wenn es isst, wenn es schläft, ist die Energie wieder da. Das Kind isst einen Apfel. Woher bekommt denn der Apfel die Energie? Von der Sonne." So anschaulich beschreibt Ralf Thielebein-Pohl das Projekt "Die Energiedetektive", das im vergangenen Jahr in den zehn Kitas des Kirchenkreises Altona in Hamburg durchgeführt wurde. Denn Kinder im Vorschulalter haben schon recht konkrete Vorstellungen, was Energie alles bedeuten kann und lassen sich mit großer Hingabe begeistern. Die Hamburger S.O.F. Save Our Future-Umweltstiftung (S.O.F.), deren Geschäftsführer Ralf Thielebein-Pohl ist, setzt im Rahmen des Modellprojektes "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" auf Bildung für nachhaltige Entwicklung und will für den sinnvollen Umgang mit Energie und Ressourcen sensibilisieren.

Fantasie und forschendes Lernen

Dabei geht es natürlich auch um das Thema Energiesparen, aber auch grundsätzlich darum, gemeinsam mit den Kindern die Welt und ihre Zusammenhänge zu entdecken und dabei zu begreifen, dass jeder Mensch, ob klein oder groß, ein Teil dieser Welt ist und sie mitgestalten kann. Forschendes Lernen ist ein zentrales Element der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Wenn Kinder selbst aktiv werden, bekommen schon Mädchen und Jungen im Elementarbereich die Chance, nicht nur eindimensional Informationen aufzunehmen. Sie können ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sich spielerisch und mit allen Sinnen mit verschiedenen Themen auseinandersetzen und so Gestaltungskompetenz entwickeln.

Mitmachaktionen zu zentralen Themen

In den Kindergärten wurden im Laufe des Projektes unterschiedliche Mitmachaktionen durchgeführt, bei denen die Einrichtungen durch pädagogische Fachkräfte der Umweltstiftung unterstützt wurden. Dabei standen neben der Energienutzung das Wachstum, die Sonnenkraft, der Wasserkreislauf sowie Wind und Wetter im Zentrum. "Es gibt im Alltag unzählige Möglichkeiten, sich dem Thema Energie zu nähern", beschreibt Ralf Thielebein-Pohl. Um zu veranschaulichen, welche Kräfte wirken, stellt die Umweltstiftung interessierten Kitas zum Beispiel ein Energie-Fahrrad zur Verfügung, auf dem die Kinder mit Feuereifer strampeln, um eine Lampe zu Brennen zu bringen. Beliebt ist auch die Energie-Rallye, bei der die Jungen und Mädchen auf die Suche gehen, beispielsweise nach schlecht schließenden Türen oder Fenstern, tropfenden Wasserhähnen und weiteren Energie-Einsparpotenzialen. "Das führt dann auch dazu, dass die Kinder zu Hause darauf drängen, dass kein Licht unnötig brennt oder das die Kühlschranktür nicht unnötig lange offen steht", erzählt Ralf-Thielebein-Pohl.

Lebendiges Lernen und KITA21

"Die Energiedetektive" war eines der Bildungsprojekte, die im vergangenen Jahr im Rahmen des Unterstützungs- und Auszeichnungsverfahrens "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" durchgeführt wurden. In anderen Projekten befassten sich Kinder beispielsweise mit ihren Lieblingsspeisen und deren Herkunft, mit dem Wasserkreislauf oder mit der Reise eines T-Shirts von der Herstellung bis zum Verkauf. KITA21 macht deutlich, dass sich viele Alltags- und Nachhaltigkeitsthemen hervorragend für die Gestaltung lebendiger Bildungsprojekte eignen. Mit KITA21 will die S.O.F. - Umweltstiftung Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Kindertagesstätten fördern. Das Projekt bietet Workshops für pädagogische Fachkräfte, in denen sich die Erzieherinnen und Erzieher mit dem Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinandersetzen und gemeinsam Projektideen entwickeln und die Umsetzung planen. Auch diese wird von der S.O.F. unterstützt. Neben Hintergrundinformationen, Handreichungen und Materialien vermittelt die Umweltstiftung interessante Bildungspartner aus der Region und organisiert Netzwerktreffen für den Austausch der Kitas untereinander. Nach erfolgreicher Umsetzung der Bildungsprojekte werden die Einrichtungen mit der Auszeichnung "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" belohnt.

Im Mai beginnt die zweite Runde

35 Hamburger Kitas waren es im April diesen Jahres, die im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung von Dietrich Wersich, dem Senator der Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, mit einer Urkunde und einem Schild für den Außenbereich für ihr Engagement ausgezeichnet wurden. Zielsetzung der S.O.F. ist es, diese Art der Bildungsarbeit in den Einrichtungen zu verstetigen. Deshalb wird die Auszeichnung auch jedes Jahr aufs Neue verliehen. Mit einer Informations- und Auftaktveranstaltung am 5. Mai 2010 geht KITA21 in die zweite Runde. Und diesmal können sich Kitas aus ganz Norddeutschland an dem Verfahren beteiligen.

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Überall ist Energie im Spiel
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