Redaktion/PM, 02.08.2012
Mehr Männer in Kitas: Skandinavien macht's vor
Keine fünf Prozent beträgt der durchschnittliche Männeranteil in europäischen Kitas – nur in Skandinavien ist er deutlich höher. Was machen diese Länder anders? Damit beschäftigt sich eine internationale Tagung der Koordinationsstelle "Männer in Kitas" am 27./28. September in Berlin. Anmeldeschluss ist der 10. August.

Norwegen: Immer mehr Erzieher
Im Jahr 1995 gab es in norwegischen Kindergärten ungefähr 800 männliche Beschäftigte. 2010 lag die Zahl bereits bei rund 6.200 – und sie "wächst von Jahr zu Jahr weiter", betont Leif Askland, Dozent für pädagogische Theorie und Praxis am Universitätskolleg in Oslo und Akershus auf der Website der Koordinationsstelle "Männer in Kitas", wo anlässlich der Konferenz eine Interview-Reihe unter anderem mit Fachleuten aus Dänemark und Norwegen gestartet ist. In Norwegen haben Politik und Verwaltung seit 1995 mehrere Aktionspläne vorgelegt, um mehr Männer für die Kindergärten zu gewinnen und dort zu halten. Allerdings, so Askland, gebe es immer noch Defizite bei der Anwerbung von Männern und bei der Geschlechtergerechtigkeit.
Unter Rechtfertigungsdruck
Ein weiteres Problem: Männer, die sich für einen Pflege- oder Betreuungsberuf entscheiden, müssen sich dafür häufig rechtfertigen, so Dr. Ulla Gerner Wohlgemuth, Dozentin am Universitätskolleg Süddänemark. Und: "In der Praxis erleben manche Männer ihre Entscheidung für diesen Bereich als einen Weg, der nirgendwo hinführt, gepflastert mit unzähligen Routinen und von Frauen dominiert." Trotzdem wählen in Dänemark vergleichsweise viele Männer diesen Weg: 2010 waren hier 16,7 Prozent aller Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung männlich.
Austausch von Wissen und Erfahrungen fördern
| Tagungsorganisation |
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Dana Unkart Tel: (030) 501 010-934 unkart@koordination-maennerinkitas.de |
Auf der internationalen Tagung "Männer in der Elementarpädagogik" werden die Initiative "Männer in Kitas" des Bundesfamilienministeriums und die bisherigen Maßnahmen zur Steigerung des Männeranteils in deutschen Kitas sowie internationale Forschungs- und Praxisprojekte vorgestellt. Die Teilnahmegebühr beträgt 70 Euro; Anmeldeschluss ist am 10. August.
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