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Redaktion/PM, 25.01.2012

Schulessen häufig mangelhaft

Nicht vollwertig, schlechte Hygienebedingungen und zu lange gekocht. Das Urteil der AG Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein zum Speiseangebot der Schulen in Deutschland fällt ernüchternd aus.

Hochwertiges Essen ist selten

Fünf Jahre lang haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der AG Schulverpflegung am Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein das Speiseangebot in Schulmensen untersucht und zertifiziert. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus: Über 90 Prozent der Schulen in Deutschland erfüllen die Qualitätsstandards an gesundes Essen nicht Zudem es gibt bisher nur wenige Caterer, die sich überhaupt zertifizieren lassen. "Die bisherigen Versuche, in Deutschland die Situation zu verbessern, schlugen leider fehl. Dies liegt am falschen Optimierungsansatz", erklärte der Leiter AG Schulverpflegung Prof. Dr. Volker Peinelt bei der Vorstellung der Ergebnisse.


Hauptproblem: Verkochtes Essen

Laut Peinelt sieht die Ideallösung für die Schulverpflegung in Deutschland so aus: "In einer top-ausgestatteten Zentralküche mit gutem Personal wird hochwertiges Essen zubereitet, welches anschließend heruntergekühlt oder tiefgefroren wird. In diesem Zustand wird es in die Schulen transportiert und erst unmittelbar vor der Ausgabe erhitzt. Der gesamte Prozess sollte in der Hand von Profis liegen." Ein gesundes Mensaangebot in Schulen sollte mindestens einmal pro Woche ein Fischgericht, jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Vollkornprodukte enthalten. "Fleisch sollte fettarm und nicht paniert sein, und bei den Nachspeisen sind Milchprodukte und Obst sehr wünschenswert", sagte Peinelt. Zudem sollte möglichst täglich ein vegetarisches Essen angeboten werden. Das größte Problem beim Schulessen sei allerdings, dass es zu lange warmgehalten werde: "Oft vergehen mehr als drei Stunden zwischen Zubereitung und Ausgabe – sehr ungünstig für die Qualität der Speisen", so Peinelt.

Positivliste

Die AG Schulessen der Hochschule Niederrhein bietet eine gründliche und ganzheitliche Prüfung des Mensaessens an. Speisenproduktion, Transport, Speiseplan und vor allem die Hygiene werden unter die Lupe genommen – von der Herstellung beim Caterer bis zur Ausgabe in der Schule. Idealerweise werden beide Bereiche geprüft. Im Erfolgsfalle werden ein bis drei Kochmützen vergeben. Die zertifizierten Anbieter sind in einer Positivliste aufgelistet.

 
 
 
 

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