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Redaktion/PM, 21.06.2010

Fthenakis: Nationale Bildungsstrategie ist nicht in Sicht

Der dritte Bildungsgipfel am 10. Juni habe einmal mehr gezeigt, "dass Bund und Länder in Fragen der Bildungsfinanzierung nicht gewillt sind, sich ihrer gemeinsamen Verantwortung zu stellen", kritisierte Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta-Verbandes.

Soziale Ungerechtigkeiten ausgleichen

Der Didacta-Verband honoriert dass Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ziel, den Anteil der Aufwendungen für Bildung und Forschung bis 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, festhalten will. "Denn gerade der Bund hat die Pflicht, soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen, die unserem Bildungssystem immanent zugrunde liegen", betonte Prof. Fthenakis. Doch scheitere die Umsetzung an der Abwehrhaltung der Länder, "die zwar auf ihre Bildungshoheit pochen, die aber trotz aller Beteuerungen nicht in der Lage sind, die nötigen Mittel alleine aufzubringen".

Ziele werden nicht erreicht

Eine notwendige nationale Strategie, so Fthenakis, die auch eine Aufhebung des Kooperationsverbots vorsehen sollte, sei nicht in Sicht – "auf Kosten der besten Bildung für unsere Kinder". Manche Bundesländer hätten beispielsweise vor bereits im nächsten Jahr bei Schulen und Hochschulen Millionen Euro einsparen. Und das Ziel, ab 2013 für 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Krippenplatz zu Verfügung zu stellen, wird nach aktuellen Berechnungen des Bildungsforschers Klaus Klemm scheitern. Vor allem im alten Bundesgebiet stockt der Ausbau. Zudem fehlt es an konkreten Planungen, wie der Mehrbedarf an Erzieherinnen gedeckt werden soll und wie ihnen die erforderlichen Qualifikationen vermittelt werden können. Auch die Erreichung des Ziels, die Quote der Schulabbrecher zu halbieren, ist laut Klemm "nicht einmal in Ansätzen erkennbar".

"Sonst ist die Bildungsrepublik bankrott"

Der Didacta-Präsident forderte Bund, Länder und die Kommunen auf, ihren Streit in Steuerfragen schnellstmöglich beizulegen und eine tragfähige Finanzierungsgrundlage für das Bildungssystem zu schaffen. "Sonst ist die Bildungsrepublik Deutschland bankrott bevor sie jemals wirklich zu existieren begann", warnte er nachdrücklich.

 
 
 
 

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