StartInformierenVernetzenWeiterbildenLogin
Support 
 
 
 
 
Redaktion/PM, 21.12.2009

Bildungsgipfel: Zentrale Fragen unbeantwortet

In Deutschland fehle es am politischen Willen, "die Maßnahmen zu bezahlen, die dringend notwendig sind, um das Bildungssystem internationalen Standards anzupassen", kritisierte Prof. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft, die Ergebnisse des zweiten Bildungsgipfels.

Viele Herausforderungen, kaum Konkretes

Auf dem ersten Bildungsgipfel im Oktober 2008 verständigten sich Bund und Länder, bis 2015 die Ausgaben für Bildung und Forschung auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen zu lassen, davon sieben Prozent für die Bildung. Um diese Quote, die die Spitzenreiter internationaler Vergleichsstudien bereits heute erfüllen, zu erreichen, müssten zusätzlich mindestens 13 Milliarden Euro aufgewendet werden. Der Bund – so ein Ergebnis des zweiten Bildungsgipfels - ist nun bereit, sich daran mit einer Quote von 40 Prozent zu beteiligen. Das entspricht 5,2 Milliarden Euro, die projektbezogen investiert werden sollen. "Viel konkreter werden die Pläne jedoch noch nicht. Dabei gibt es viele Herausforderungen, die das deutsche Bildungssystem bewältigen muss", so Prof. Wassilios E. Fthenakis.

Ganztagsschulprogramm spielt keine Rolle mehr

Im Bereich frühkindliche Bildung beispielsweise, seien "zwingend" mehr und gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher nötig. Zugleich fehlen laut Statistischem Bundesamt bis zum Jahr 2013 noch 275.000 Plätze für Kleinkinder, um das von Bund, Ländern, Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden vereinbarte Ziel zu erreichen, für jedes dritte Kind unter drei Jahren eine Betreuung anzubieten. Auch das vor einem Jahre kostenlose Mittagessen für bedürftige Kindern in Ganztagsschulen "scheint nun ebenso wenig eine Rolle zu spielen wie eine Neuauflage des vom Bund kofinanzierten Ganztagsschulprogramms", bemängelte Fthenakis. Und bei der Nachwuchsförderung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich würden geeignete Maßnamen weitgehend von Verbänden, der Wirtschaft oder Stiftungen getragen.

Vage Versprechen

Der Gipfel habe vor allem vage Versprechen gebracht, wie der Bund die Länder finanziell unterstützen will, sagte Fthenakis. Im Raum steht unter anderem, die Kosten der frühkindlichen Sprachförderung zur Hälfte zu übernehmen sowie Kompetenzzentren für die Lehrerbildung einzurichten. Nach wie vor unbeantwortet blieben zentrale Fragen wie: "Darf der Bund direkt in die Bildung investieren, die in der Hoheit der Länder liegt? Oder ist er bereit, seinen Teil über andere Wege zu leisten, wie beispielsweise einer Erhöhung des Länderanteils an der Mehrwertsteuer?", so der Didacta-Präsident.

 
 
 
 

Möchten Sie diese Nachricht Kolleginnen und Kollegen empfehlen?

Nutzen Sie dafür den Service-Button: "per E-Mail empfehlen". In eingeloggtem Zustand können Sie diese Meldung auch bequem über Ihre bibernetz-Auswahlliste an bibernetz-Mitglieder versenden.

>

Nachrichtenüberblick