Wie ein Marienkäfer Medienkompetenz vermittelt
Mitte Juli gab es im Bottroper Movie Park das Finale des 6. Trickfilm-Festivals NRW: Aus 190 Filmen hatte die Jury die Qual der Wahl, 20 schafften es ins Finale. Die Kreativität und Phantasie der jungen Filmemacherinnen und –macher begeisterte das Publikum.

Wie bei einer echten Oscar-Verleihung
Goldene Statuen für die Gewinnerinnen und Gewinner, eine Show und engagierte Künstlerinnen und Künstler – beim Finale des 6. Trickfilm-Festivals war fast alles wie bei der echten Oscar-Verleihung. Nur im etwas kleineren Format, denn die jüngsten ausgezeichneten Trickfilmer sind vier Jahre alt. 1500 Kinder und Jugendliche hatten sich beteiligt. Die eingereichten Beiträge basierten entweder auf einfachen Legetechniken für selbst gemalte Figuren oder auch auf komplizierteren Verfahren wie Knet- und Lego-Animationen.
Fußballverrückte Fischstäbchen
Das Finale erreichten nur die Trickfilme, die sich zuvor bei neun regionalen Vorentscheidungen durchgesetzt hatten. So flimmerten bei der Endrunde in Bottrop insgesamt 20 Beiträge über die Leinwand. Das Publikum erlebte die ersten Abenteuer des Marienkäfermanns, Unterwasser-Episoden von zwei fußballverrückten Fischstäbchen und auch ein Epos von Mädchen, die bei Vollmond nach dem Sprung ins Wasser zu Meerjungfrauen werden. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten Sachpreise – vom Puppentrick-Workshop bis zur Webcam.
Trickboxxen als Mini-Studios
Die Filmothek der Jugend NRW e.V. organisiert jedes Jahr das Trickfilm-Festival, das auch von der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) gefördert wird. Bereits vor etwa einem Jahr hatten pädagogische Fachkräfte und Pädagogen aus verschiedenen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen damit begonnen, sich für den Umgang mit der Tricktechnik schulen zu lassen. Dabei konnten sie unter anderem auf sogenannte Trickboxxen zurückgreifen. Diese technischen Mini-Studios bieten eine etwa ein Quadratmeter große, gut ausgeleuchtete Fläche, über der eine Kamera fest installiert ist. Mithilfe eines angeschlossenen Laptops können schließlich alle aufgezeichneten Motive dank einer speziellen Software (Stop Motion Pro) aufgezeichnet und montiert werden.
Vom Storyboard bis zur Vertonung
Erste Trickboxxen wurden bereits vor sechs Jahren eingesetzt. Inzwischen können sie an 13 Standorten in ganz Nordrhein-Westfalen ausgeliehen werden. Findige Filmer und kreative Kleinkünstler aber setzen auch andere Verfahren ein, um Einzelaufnahmen so aneinanderzureihen, dass sie sich beim Abspielen des Filmes zu einer perfekt inszenierten Wirklichkeitsillusion zusammenfügen. Da werden ganze Sets aus Lego gebaut. Anderswo bewegen sich Playmobil-Figuren oder Schlümpfe in künstlichen Landschaften.
Medienkompetenz praktisch
Die 190 Filme, die zum 6. Trickfilm-Festival NRW eingereicht wurden, zeigen eine breite Palette von künstlerischen Ideen. Das Trickfilm-Festival NRW vermittelt den Kindern und Jugendlichen auf spielerische Weise praktische Medienkompetenz: Sie schreiben ein Storyboard, entwerfen und realisieren Figuren und Kulissen, sind für Drehbuch, Kamera und Regie verantwortlich und lernen den Bildschnitt und das Vertonen.
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