Redaktion, 16.07.2010
"Schwimmflügel sind keine Lebensversicherung"
Trügerisch ist der Gedanke, kleine Kinder, die mit aufblasbaren Schwimmflügeln, Schwimmanzügen oder Schaumstoffringen ins Wasser gehen und noch nicht schwimmen können, seien vor dem Ertrinken geschützt. Kleinere Kinder sollten immer unter Aufsicht baden.

Ertrinken ohne Zappeln und Schreien
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnen deshalb vor der vermeintlichen Sicherheit von so genannten Auftriebshilfen. Sowohl im tiefen als auch flachen Wasser können Kinder das Gleichgewicht verlieren und in Bauch- oder Rückenlage geraten. Ihr Kopf kippt dabei aufgrund seiner Schwere ins Wasser. Das Wasser dringt in die Atemwege. Kinder können sich aus dieser Lage nicht mehr eigenständig befreien. Sie ertrinken innerhalb kürzester Zeit leise, ohne Zappeln oder Schreien.
"Lückenlose Aufsicht nötig"
"Schwimmflügel sind keine Lebensversicherung gegen das Ertrinken bei kleinen Kindern. Damit am Wasser wirklich nichts passiert, müssen Erwachsene für eine lückenlose Aufsicht in unmittelbarer Griffnähe des Kindes sorgen", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG "Mehr Sicherheit für Kinder" in Bonn. "Auch Kinder, die das Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen" erworben haben, sind keine sicheren Schwimmer. Eltern sollten ihre Schwimmanfänger stets im Blick haben", rät Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG.
Sechs Regeln für sichern Badespaß
 | Kinder nie alleine im und am Wasser lassen. Immer in Griffnähe sein. |
 | Aufsichtspflicht niemals auf ältere Geschwisterkinder übertragen. Kinder sind mit der Betreuung von kleinen Geschwistern im und am Wasser überfordert, denn sie können gefährliche Situationen noch nicht richtig einschätzen. |
 | Kinder früh mit Wasser vertraut machen. Kinder sollten unbedingt ab vier Jahren mit dem Wasser vertraut gemacht werden. Ab etwa fünf Jahren empfiehlt sich der Besuch eines Schwimmkurses. |
 | Auftriebshilfen nur unter Aufsicht benutzen. Ratsam sind Schwimmflügel mit zwei Luftkammern und einem GS Zeichen. |
 | Kinder auf mögliche Gefahren vor Ort hinweisen. Ob am Meer, im Schwimmbad oder zu Hause, Kinder sollten auf Wellengänge, Wassertiefe, Strömungskanäle und Sprungbereiche und deren Gefahren wiederholt hingewiesen werden. |
 | Schwimmen lernen ist lebenswichtig. Ein Kind kann sicher schwimmen, wenn es: sich unter Wasser genauso gut zu Recht findet, wie über Wasser und mehrere Sprünge ins Wasser beherrscht. |
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