Redaktion/PM, 23.06.2010
PISA-Nachfolgestudie: Bayern und Baden-Württemberg vorn
Die PISA-Nachfolgestudie testete Neuntklässler in verschiedenen Bereichen der Fächer Deutsch und Englisch/Französisch. In allen Kategorien schnitten die Schülerinnen und Schüler im Süden Deutschlands am besten ab; Hamburg, Berlin und Bremen liegen weit hinten. Als mögliche Erklärung für die Ergebnisse nennt die Studie unter anderem die soziale Herkunft.

Durchgeführt wurde die neue Vergleichsstudie von dem Berliner Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Sie ist als Nachfolgestudie des PISA-Tests konzipiert und basiert als erste Studie auf den neuen bundesweiten Bildungsstandards. Getestet wurden rund 36.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse aller Schularten und Bildungsgänge in den Fächern Deutsch sowie in der ersten Fremdsprache Englisch/Französisch. Im Fach Deutsch wurde die Lesekompetenz, das Zuhören und die Rechtschreibung überprüft. In der jeweiligen Fremdsprache mussten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben in den Unterkategorien Lese- und Hörverständnis bewältigen.
Unterschiede zwischen Nord und Süd
Insgesamt zeigte die Studie ein deutliches Leistungsgefälle zwischen dem Norden und dem Süden der Bundesrepublik. Die Schülerinnen und Schüler in Bayern schnitten in allen Unterkategorien am besten ab. Baden-Württemberg folgt in vier von fünf Wertungen auf Rang zwei, einen Platz in der Spitzengruppe der besten Bundesländer erzielte auch Rheinland-Pfalz. Die Schüler und Schülerinnen in Bremen und Brandenburg blieben am weitesten unter dem bundesweiten Durchschnitt. Hamburg und Berlin zeigen schlechte Ergebnisse bei den Leistungen in Deutsch, bei den Tests im Englischen ist Mecklenburg-Vorpommern das schwächste Bundesland. Die Ergebnisse der Studie will die Kultusministerkonferenz heute in Berlin vorstellen. Die nächste zentrale Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards in den Fächern Deutsch und Erste Fremdsprache (Sekundarstufe I) im Ländervergleich erfolgt 2015.
Soziale Herkunft beeinflusst Bildungserfolg
Die Studie belegt erneut den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler und deren Bildungserfolg. Dies könnte auch die starken Unterschiede zwischen den Leistungen der Bundesländer erklären. Fast 18 Prozent aller Neuntklässler in Deutschland haben laut der Untersuchung einen Migrationshintergrund - in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg werden Spitzenwerte von bis zu 30 Prozent erreicht. Dabei fanden die Forscher erhebliche Lernunterschiede zwischen den jeweiligen nationalen Gruppen. Jugendliche türkischer Herkunft erzielten in der Schlüsselkompetenz Lesen/Textverständnis die schlechtesten Werte, während zugewanderte Jugendliche aus Polen und aus der ehemaligen Sowjetunion deutlich besser abschnitten. Ebenfalls wies die Studie Unterschiede in den Ergebnissen von Mädchen und Jungen auf. Die Mädchen schnitten insgesamt deutlich besser ab, vor allem in der Rechtschreibung.
Möchten Sie diese Nachricht Kolleginnen und Kollegen empfehlen?
Nutzen Sie dafür den Service-Button: "per E-Mail empfehlen". In eingeloggtem Zustand können Sie diese Meldung auch bequem über Ihre bibernetz-Auswahlliste an bibernetz-Mitglieder versenden.