Redaktion/PM, 12.01.2010
Kommunen stellen Krippenausbau in Frage
Im Zuge der Finanzkrise sehen sich die Kommunen zu Einsparungen gezwungen und stellen den bis 2013 geplanten Krippenausbau in Frage. Zudem sei der von der Bundesregierung veranschlagte Bedarf von Plätzen für 35 Prozent der Kleinkinder zu niedrig.

Doppelt so viele Plätze nötig
Im Zuge der Finanzkrise und durch Steuersenkungen im Rahmen des Wachstumsbeschleunigungsgesetz hat sich die Haushaltslage der Kommunen weiter verschärft. Als Reaktion auf die Geldknappheit kündigte der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dass der ab 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr nicht erfüllt werden könne. Außerdem warnen die Kommunen, dass dem 2008 verabschiedeten Kinderförderungsgesetz falsche Zahlen zu Grunde liegen: Nicht 35 Prozent der Eltern – wie ursprünglich angenommen – würden ab 2013 einen Krippenplatz beanspruchen, sondern 66 Prozent. Das hatte eine Forsa-Umfrage ergeben. Demnach müssten doppelt so viele Betreuungsplätze geschaffen werden, wolle man Massenklagen von Eltern vermeiden, so die Kommunen.
DJI: Ausbaupläne nachbessern
Auch das Deutschen Jugendinstitut (DJI) geht davon aus, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder 2013 über 35 Prozent liegen wird. DJI-Leiter Thomas Rauschenbach hält die Forsa-Ergebnisse zwar für überhöht, weil nur kinderlose Frauen befragt wurden. Er nimmt aber an, dass der Bedarf 2013 im Bundesdurchschnitt über 40 Prozent liegen werde - in manchen Regionen sogar wesentlich höher. Deshalb müssten die Ausbaupläne nachgebessert werden, so Rauschenbach in der "Thüringer Allgemeinen". Dafür sollten die Kommunen 2011 den lokalen Bedarf an Krippenplätzen erheben.
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