Redaktion, 31.03.2010
NRW: ver.di fordert Reformen für Kitas
Radikale Veränderungen fordert die Gewerkschaft ver.di für Kitas in Nordrhein-Westfalen und legte im März einen Entwurf für ein neues Kita-Gesetz vor. Darin enthalten: Beitragsfreiheit für Eltern, flexible Öffnungszeiten und kleinere Gruppen.

Streit um KiBiz
Das 2008 in Kraft getretene Kinderbildungsgesetz (KiBiz) habe in Nordrhein-Westfalens Kindergärten zu größeren Gruppen, zu wenig Betreuungspersonal und zu viel Bürokratie geführt, kritisiert die Freie Wohlfahrtspflege als größte Trägergruppe von Kindertageseinrichtungen in NRW. Sie fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Betreuung der Unter-Dreijährigen. Familienminister Armin Laschet (CDU) versicherte, dass das KiBiz im Jahr 2011 überprüft werde: "Dass die Umstellung reibungslos und einfach verlaufen würde, hätte niemand geglaubt", erklärte er. In Kitas sei seitdem aber deutlich mehr Geld investiert worden als zuvor.
Landesregierung setzt auf Tagespflege
Das Familienministerium setzt mit einem 10-Punkte-Plan auf die Kinderbetreuung durch Tagesmütter und -väter und will diese mit Qualifizierungsmaßnahmen aufwerten. Der Ausbau der Tagespflege sei allerdings nur der Versuch der Landesregierung möglichst kostengünstig die geforderte Kinderbetreuung einzurichten, so ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Zudem sei das derzeitige Gesetz ein "bürokratisches und pädagogikfeindliches Regelwerk", sagte Schmidt. Auch die SPD-Opposition im nordrhein-westfälischen Landtag warf Laschet vor, nur ein "Sparziel" zu verfolgen, da Plätze in Kindertagesstätten teurer seien.
Zusatzkosten im Kita-Bereich notwendig
Der alternative Vorschlag ver.dis für ein neues Kita-Gesetz in NRW sieht vor, dass Kindergärten künftig maximal 12 Stunden in einem Korridor von 6 bis 19 Uhr geöffnet haben. Eltern sollen einen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder bekommen, inklusive ein kostenloses gesundes Mittagessen. Der Träger soll ferner eine Personalreserve halten und ab dem dritten Tag Ersatz stellen, wenn Erzieherinnen oder Erzieher ausfallen. ver.di schätzt, dass für die Umsetzung etwa 30 Prozent mehr Investitionen im Kita-Bereich notwendig sind. Der jetzige Landesetat für Kitas sieht 1,2 Milliarden Euro vor; den ver.di-Entwurf lehnt die Landesregierung kategorisch ab. Finanzielle Probleme bereitet vor allem der im KiBiz festgelegte Ausbau der Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige. Damit soll das vom Bund vorgegebene Ziel erreicht werden, bis 2013 für ein Drittel der Kinder dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz zu schaffen.
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