Redaktion/PM, 09.03.2010
Studie: Erwartungen an frühkindliche Bildung
Dass Kitas sind nicht für Betreuung zuständig sind, sondern wichtige Bildungsaufgaben übernehmen, darüber herrscht Einigkeit, so eine Untersuchung des TÜV Rheinland im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung. Allerdings gehen die Erwartungen an die Bildungs- und Erziehungsinhalte weit auseinander.

Vermittlung von Alltags- und Sozialkompetenz
Einerseits sehen 44 Prozent der Befragten Erwachsenen die Vorbereitung der Kinder auf den Schulalltag als Hauptaufgabe der Kitas. Trotzdem wird der Vermittlung von dafür wichtigen Kompetenzen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich oder auch dem Umgang mit Medien kaum Bedeutung beigemessen. Stattdessen erwarten die Befragten vorrangig die Vermittlung von Alltags- und Sozialkompetenz, von frühen Erfahrungen mit Natur, Musik und Kunst sowie von Gesundheitswissen. Über allem steht der Wunsch nach der frühzeitigen Beseitigung von Schwächen (deutlichste Zustimmung) und der Schaffung von Bildungsgleichheit (zweithöchste Zustimmung). "Obwohl Politik und Öffentlichkeit den Kitas zunehmend Bildungsaufgaben zuschreiben, scheinen die Erwartungen an die Kita eher dem klassischen Bild der Betreuungseinrichtung verhaftet zu sein", so Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung.
Geringe Anerkennung pädagogischer Arbeit
Die im Herbst 2009 durchgeführte telefonische Befragung von Eltern und Nicht-Eltern wurde durch Tiefeninterviews mit Kita-Fachkräften ergänzt. Hier stellte sich heraus, dass die Fachkräfte zwar die Inhalte der Länder-Bildungspläne kennen, aber sehr unsicher sind, wie sie in der Praxis umgesetzt werden können. Ähnlich wie Eltern und Nicht-Eltern betrachten auch die befragten Erzieherinnen und Erzieher die elementare Förderung von Alltags- und Sozialkompetenz der Kinder sowie die Sprachförderung als ihre Hauptaufgaben. Seltener genannt wird die Vermittlung musischer oder motorischer Kompetenzen sowie mathematisch-naturwissenschaftlicher Grundlagen. Schwierigkeiten beklagen die Fachkräfte bei der Zusammenarbeit mit den Eltern, aber auch mit den Grundschulen. Hier fehle vor allem die Anerkennung der pädagogischen Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern.
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