Redaktion/PM, 19.05.2010
Kitamonitor 2010: Betreuungskosten im Schnitt gesunken
Im Norden und Osten Deutschlands müssen Eltern für die Betreuung ihrer Kinder deutlich mehr zahlen, als im Westen oder Süden. Allerdings seien die Kosten insgesamt gesunken, ermittelte der Kindergartenmonitor 2010.

Gebührendschungel der Kommunen
Kindergartengebühren in Deutschland variieren je nach Bundesland und Kommune. Die neue Studie Kindergartenmonitor 2010 stellte fest, dass sich die Elternbeiträge allerdings erheblich unterscheiden. Die Kosten für die Modellfamilie der Studie reichten von null bis 3.696 Euro jährlich. Die Studie zeigt, dass sich der Gebühren-Dschungel gegenüber dem ersten Kindergartenmonitor (2008) nicht gelichtet habe. "Eltern empfinden besonders die Preisunterschiede als zutiefst ungerecht", kritisierte Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift ELTERN. Eine gute Nachricht gibt es allerdings auch: Seit der Erhebung 2008 sind die Kosten im Schnitt um bis zu 16 Prozent gesunken. Auftraggeber des Kindergartenmonitors 2010 ist neben der Zeitschrift ELTERN die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH (INSM).
Vorreiter: kostenlose Betreuung in neun Städten
Neun Städte erheben mittlerweile keinerlei Gebühr mehr. Im ersten Kindergartenmonitor vor zwei Jahren war Heilbronn die einzige Stadt, die Beitragsfreiheit für alle drei Kindergartenjahre gewähren. Mittlerweile bieten auch Düsseldorf, Hanau, Heilbronn, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Salzgitter, Trier kostenfreie Betreuung an. Weitere Städte haben ähnliches für die kommenden Jahre angekündigt.
Höchste Beiträge in Bremen, Cottbus, Potsdam, Tübingen
Im Gegensatz zur Beitragsfreiheit werden die höchsten Kitagebühren für eine Durchschnittsverdiener-Familie mit einem Jahresgehalt von 45.000 Euro mit einem vierjährigen Kindergartenkind mit 1.752 Euro in Bremen fällig. Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern zahlen in Cottbus besonders viel: 2.672 Euro im Jahr. Familien mit einem höheren Einkommen von über 80.000 Euro jährlich und zwei Kindern, müssen mit 3.696 Euro in Potsdam und Tübingen die höchsten Elternbeiträge zahlen.
Eltern-INSM-Kindergartenmonitor
Der Kindergartenmonitor wurde 2008 zum ersten Mal in Auftrag gegeben. Die Gebührenhöhe bezieht sich auf die jeweilige Mindestbetreuungszeit – in der Regel ist dies eine Halbtagsbetreuung. Ziel sei es, für mehr Transparenz in einer unübersichtlichen Gebührenlandschaft zu sorgen, erklärt INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Weil Preisvergleiche bei diesem System praktisch unmöglich sind, forderte Pellengahr die Kommunen auf für jeden nachvollziehbare Gebührentabellen zu veröffentlichen. Alle Ergebnisse des Eltern-INSM-Kindergartenmonitor 2010 sowie detaillierte Informationen zu den 100 untersuchten Großstädten sind über das Internet abrufbar.
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