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Redaktion, 07.07.2010

Die JoNaLus chatten bei bibernetz.de

Ist Sprachförderung in der Kita mithilfe einer Fernsehsendung möglich? Wird es die Lieder aus den Sendungen bald auch auf CD geben? Und: Warum haben die JoNaLu Mäuse eigentlich nur vier Finger? Diese und andere Fragen rund um die Sendung erörterten Erzieherinnen mit den Macherinnen von JoNaLu im bibernetz.de-Chat.

JoNaLu leistet ganzheitliche Sprachförderung

Mit dem TV-Format JoNaLu leistet ZDF tivi seit April einen Beitrag zur ganzheitlichen Sprachförderung. Die Elemente der Sendung - mitsingen, mittanzen und Sprache lernen - bieten zahlreiche Lernanlässe, die im Kindergartenalltag eingesetzt werden können. BIBER ist Kooperationspartner des ZDF und begleitet das Angebot mit einem Online-Kurs für Erzieherinnen und Erzieher. Am 28. Juni nutzten bibernetz.de-Mitglieder die Möglichkeit mit Ina Werner und Kerstin Klein von ZDF tivi über die Sendung zu chatten.


Eine Idee nimmt Formen an

Am Anfang stand die Frage nach der Idee zur Sendung. Der Auftrag, eine Kindersendung zur Sprachförderung von Vorschulkindern zu entwickeln, kam von der Intendanz des ZDF. "Das Thema Sprachförderung ist seit einigen Jahren in den Blickpunkt des öffentlichen und politischen Interesses gerückt, und als öffentlich rechtlicher Sender haben wir gerade in dieser Hinsicht einen Bildungsauftrag zu erfüllen." führte Ina Werner aus. Wobei Sprachförderung verstanden wird als eine Förderung, die allen Kindern, muttersprachlichen Kindern sowie Kindern mit Migrationshintergrund, zugute kommen sollte.

Wo kamen die Ideen für die Themen der Sendung her? "Die erste Anforderung war natürlich, dass die Themen für Kinder interessant sind, dass sie aus ihrer Erfahrungswelt kommen.", so Ina Werner. Darüber hinaus sollten die Themen auch im Kindergarten, beispielsweise an einem Thementag, aufgegriffen werden können. "Wir haben nach Geschichten gesucht, die für die Kinder nachvollziehbar sind, die nicht zu gruselig sind oder einen zu krassen Spannungsbogen haben. Geschichten, die auch Wiederholungsmomente zulassen.", erläutert Kerstin Klein.

Die Mäuse kommen bei den Kindern gut an

Die Figuren der Sendung sind laut Ina Werner so angelegt, dass Mädchen und Jungen sich gut mit ihnen identifizieren können. Sie verkörpern unterschiedliche sprachliche Eigenschaften und Fähigkeiten. Ein Konzept, das anscheinend aufgeht. So stellt eine Erzieherin klar: "Also meine Kindergartenkinder finden die Mäuse gut. O-Ton: 'Die sind auch klein und müssen noch viel lernen'." Aber warum, fragte eine Erzieherin, haben die Mäuse nur vier Finger? Diese Tatsache irritiert wohl viele Kinder, beispielsweise beim Zählen. Ob es daran liegt, dass animierte Figuren in Trickfilmen in der Regel nur vier Finger haben? Eine eindeutige Antwort wussten auch die JoNaLu-Expertinnen darauf nicht.

Kinder identifzieren sich mit den verschiedenen Charakteren

Nicht nur die drei Hauptdarsteller – Jo, Naya und Lu - kommen bei den Kindern gut an, sondern auch die anderen Tiere. "Bei der Fußball-Folge identifizieren sich die Jungs mit Caruso, dem Frosch, einem begnadeten Fußballspieler.", hat Kerstin Klein beobachtet. Eine erfreuliche Resonanz gibt es auch zu Sibel, dem Türkisch sprechenden Schmetterlingsmädchen. "Sibel kommt eine besondere Rolle zu. Gerade, weil sie türkisch spricht, stehen die türkischen Kinder in der Gruppe ganz "sprachpositiv" im Mittelpunkt und werden von den anderen Kindern um Übersetzungen gebeten.", berichtet Kerstin Klein. "Dieses Erfolgserlebnis, das sie mit ihrer Sprache dann haben, ist einfach toll fürs Selbstbewusstsein."

Hohe Einschaltquoten zeigen: Das Konzept stimmt

Die Resonanz der Sendung ist bisher sehr gut. Sonntags (10 Uhr im Ki.Ka) schauen rund 130.000 Kinder JoNaLu. Das ist verglichen mit anderen Sendungen hervorragend - vor allem weil JoNaLu von den jüngsten der Zielgruppe geschaut wird, das heißt von allen drei- bis fünfjährigen schauen über 35 % die Sendung. Und: Auch die JoNalu-Online-Seite ist aus dem Stand eine der erfolgreichsten Kinderseiten des ZDF geworden.

Kritik an Sendezeiten

"Gibt es einen Unterschied bei den Einschaltquoten an Sonntagen um 10 Uhr und an Wochentagen um 8:25 Uhr?", will eine Erzieherin wissen. "Am Sonntag schauen natürlich mehr Kinder als unter der Woche.", eräuterte Ina Werner. Ab August soll JoNaLu auch auf ZDF tivi sonntags um 6.55 Uhr ausgestrahlt werden. Diese Sendezeit sorgte für eine kritische Diskussion über sinnvolle und unsinnige Sendezeiten für Kinder. "Die Sendezeit halte ich für sehr ungünstig. Ich würde Eltern nicht empfehlen, morgens die Kinder auf diese Weise zu beschäftigen. Das ist sehr schade für eine eigentlich gute Idee.", war die Meinung der Erzieherinnen im Chat.

Lieder und Choreografie laden zum Mitmachen ein

Vielstimmiges Lob hingegen gab es für die Lieder und die Choreografie. Eine Erzieherin: "Ich finde gut, dass es keine hektischen und superschnellen Bewegungsabläufe gibt." Die Choreografien der Tänze wurden von der Komponistin der Lieder Ute Engelhardt entwickelt und auf Video aufgenommen. Jo, Naya und Lu bewegen sich genau nach dieser Vorlage.. Ina Werner: "Wir haben alle Bewegungen ausprobiert und manchmal sogar noch mal den Rhythmus im Lied geändert, damit die Bewegungsabläufe nicht zu kompliziert werden." Die Frage "Wird es die Lieder aus den Sendungen demnächst auch auf CD geben?" stellen sich viele Erzieherinnen. Die JoNaLu-Macherinnen arbeiten daran und hoffen, dass es die Lieder aus den Sendungen bald auch auf CD zu kaufen gibt.

JoNaLu im Kindergarten - auch ohne Internet möglich?

Von großem Interesse für die Erzieherinnen ist natürlich auch die Frage: "Wenn wir keinen Internetzugang haben, gibt es auch dann die Möglichkeit mit den Kindern zu JoNaLu zu arbeiten?" Denn die meisten Kitas sind noch nicht so ausgestattet, dass Fernseher und Internetzugang selbstverständlich zur Ausstattung gehören. "Es ist ja nicht zwingend, dass man die Online-Spiele mit den Kindern spielt. Das ist ja nur ein Baustein." erläutert Kerstin Klein. "Auch ist ja das Schauen der Serie nur ein Teil. Zum Thema Fußball beispielsweise stehen ja einige Praxisideen bei bibernetz.de und auf tivi.de."

"Sprachförderung im Fernsehen? Ihr habt gezeigt, dass es geht!"

"Die beste Sprachförderung findet natürlich im Dialog und individuell statt - wir versuchen mit der Sendung das, was in einem Massenmedium möglich ist.", legt Ina Werner dar. Das scheint, auch in den Augen der pädagogischen Fachkräfte, gut gelungen zu sein. Eine Erzieherin drückte es im Chat so aus: "Ich war zuerst schon ganz schön skeptisch: Sprachförderung im Fernsehen? Aber ihr habt gezeigt, dass es geht. Dafür ein großes Lob und Danke."

 
 
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