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Dr. Imke Troltenier, 25.01.2008

Genderaspekte in der Medienerziehung

Häufig wird unterschätzt, dass die Geschlechtszugehörigkeit in der Lebenswelt von Klein- und Vorschulkindern eine große Rolle spielt. Tangiert das Thema der Chancengleichheit für Männer und Frauen, Jungen und Mädchen das Projekt BIBER? Inwieweit sind Genderaspekte für das Erreichen der Projektziele relevant?

"Gender" - eine Begriffsklärung

Das soziale Geschlecht "Gender" wird durch die Erwartungen der Gesellschaft bestimmt. Gender beeinflusst kindliche Entwicklungsprozesse, die Übernahme von Geschlechterrollen limitiert individuelle Potentiale und spiegelt die Einstellungen der Eltern, Erzieherinnen, Erzieher, Lehrkräfte wie auch der Spielgefährten und Geschwister. Die Ausbildung des sozialen Geschlechts und die Übernahme des entsprechenden Rollenverhaltens erfolgen keineswegs pauschal, sie unterliegen vielfältigen externen und internen Einflussfaktoren.


Rollenbilder verändern sich

Dabei sind die Rollenerwartungen der Umwelt, die gesellschaftlichen Werte, Normen und Einstellungen nicht statisch. Der Wandel wird deutlich, wenn man sich in unserem heute sehr breit angelegten Medienensemble den Teilbereich Computer und Internet anschaut: Noch vor 30 Jahren galten alle Tätigkeiten rund um den Computer und das World Wide Web als hoch "technisch", waren stark maskulin konnotiert, zählten als "Männerdomäne". In den folgenden Jahren differenzierte sich die gesellschaftliche Wahrnehmung und die Demarkationslinie zwischen den Geschlechtern kam in Bewegung. Bereiche wie Techniknutzung und -gestaltung wurden zunächst unterschieden und dann allmählich durchlässig. Das Surfen im Internet gilt heute in vielen Gesellschaftsgruppen als universell, auch wenn sich die Interessen dabei unterscheiden. Gleichwohl bestätigt sich die Regel: Die geschlechtsspezifischen Erwartungen und Zuschreibungen verlaufen auch heute oft starr entlang der Teilgebiete, die gesellschaftlich als "techniknah" oder "technikfern" wahrgenommen werden.

Den Blick schärfen für eine geschlechtergerechte Medienerziehung

Gender Mainstreaming ist eine Strategie

Unser deutsches Verfassungsrecht formuliert die Verpflichtung des Staates für eine aktive und wirkungsvolle Gleichstellungspolitik. Ist somit die Chancengleichheit zwischen Mädchen und Jungen in unserer Gesellschaft bereits hergestellt? Sind Frauen und Männer heute nicht längst gleichberechtigt? Gender Mainstreaming ist eine Strategie, die die Wertschätzung der Vielfalt von Interessen, Fähigkeiten und Vorerfahrungen beinhaltet. Sie nimmt den Wandel unserer Werte, Normen und Einstellungen in ihren Fokus und zielt auf die Herstellung von mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

"Gender-Blick"

Ohne die Wahrnehmung der Unterschiede, so der methodische Ansatz, wird es nicht gelingen, den Wert der geschlechtsspezifischen Vielfalt in unserer Gesellschaft zu realisieren: Der Begriff "Gender-Blick" beschreibt die geschlechtsdifferenzierende Perspektive des Projekts BIBER auf die gesellschaftliche Realität von Bildung, Beratung und Erziehung im Kontext von Medien. Der Gender-Blick fragt nach der Repräsentanz, nach den statistischen Daten und Fakten. Er greift Sachverhalte auf und hinterfragt sie bezüglich ihrer geschlechtsbezogenen Ausprägungen.

Weiterlesen

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Entwicklung chancengleicher Zugänge
Es gilt individuelle Potentiale von Mädchen und Jungen zu fördern.

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Zielgruppe 1
projektteilnehmende Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte

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Zielgruppe 2
Eltern der einbezogenen Kinder

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Zielgruppe 3
projektteilnehmende Kindergarten- und Grundschulkinder

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Quellenhinweise und weiterführende Literatur
Hier finden Sie Literatur und Online-Artikel zum Thema.

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Informationen zur Autorin

Dr. Imke Troltenier
ist freie Journalistin, Beraterin in Gender-Fragen und zuständig für die wissenschaftliche Begleitung zahlreicher Projekte im Kontext von Gender Mainstreaming. Als Wissenschaftlerin, Dozentin, Online-Redakteurin und Trainerin ist sie in wechselnden Teams und Kooperationen seit 1984 in diesem Themenfeld aktiv, verfügt über langjährige Praxiserfahrung im internationalen Projektmanagement und im Bereich der entsprechenden Politikfelder und Förderprogramme.

 
 
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