Redaktion, 14.10.2008
"Lesen hat immer Konjunktur"
Der Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 24 Prozent. Erzieherin Petra Jacobeit bestätigt aus ihrer Erfahrung im Alltag: Lesen hat immer Konjunktur.

Sattes Plus für Kinderbücher
"Der Markt für Kinder- und Jugendbücher bewegt sich in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau, insbesondere das Jahr 2007 war sehr erfolgreich. Der Umsatz mit Kinder- und Jugendbüchern stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 24 Prozent, auch der Anteil der Warengruppe am Gesamtumsatz der Buchbranche verzeichnete ein sattes Plus", sagt Claudia Paul, Pressesprecherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Betrug er 2006 noch 13 Prozent, wurden 2007 insgesamt 15,4 Prozent des Umsatzes mit Kinder- und Jugendbüchern gemacht. "Und das lag nicht nur an den Bestsellern wie 'Harry Potter und die Heiligtümer des Todes' oder 'Tintentod', meint Claudia Paul.
"Hilfe beim Verarbeiten der Umwelt"
Auch Petra Jacobeit, langjährige Erzieherin in einem Berliner Kindergarten (siehe ausführlichen Text: Dauerbrenner über Generationen - Frau Jacobeit nimmt Stellung zum guten alten Buch und anderen Medien im Kindergarten), ist sicher, dass Lesen immer Konjunktur hat. "Bücher helfen Kindern bei der Entdeckung ihrer Umwelt - und bei der Verarbeitung ihrer Eindrücke", hat die 47-Jährige beobachtet. Die Liebe zu Büchern wird keinesfalls dadurch geschmälert, dass sich auch schon Jungen und Mädchen im Kindergartenalter mit Computern beschäftigen.
"Der Rechner verdrängt keinesfalls das Buch"
Dr. Margrit Wienholz, Landesinstitut für Schulentwicklung (LS), Stuttgart betont in ihrem Beitrag "Computer und Lesen", dass Rechner das gute alte Buch keinesfalls verdrängen. Und Leseforscherin Professorin Bettina Hurrelmann weist darauf hin, dass Kinder prima Chancen haben, ein "schönes Leseklima" in Familien kennen zu lernen. Allerdings verweist sie auch darauf, dass es Aufgabe der Bildungsinstitutionen ist, Kinder aus Familien, in denen diese günstigen Bedingungen nicht gegeben sind, an das Lesen heranzuführen.
Kuscheliges Leseklima
Wie solch ein schönes Leseklima aussieht, beschreibt Professor Dr. Michael Charlton, emeritierter Professor für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie am Psychologischen Institut der Universität Freiburg: "Das Vorlesen im Vorschulalter beziehungsweise das gemeinsame Bilderbuch-Anschauen ist eine der wichtigsten Lernmöglichkeiten für das Kind: "Erstens sind sich das Kind und die vorlesende Person dabei meist sehr nahe, das Kind sitzt vielleicht auf dem Schoß der Mutter, oder es schaut Kopf an Kopf zusammen mit einem Erwachsenen in ein Buch. Körperliche und geistige Nähe werden so miteinander verbunden."
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