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Redaktion, 06.09.2010

Jedes Kind ist einzigartig

Mit "Early Excellence" wird Eliten und Hochbegabtenförderung assoziiert – aber dieser Einschätzung trifft nicht immer zu. Das britische Konzept soll vor allem Kindern zu Gute kommen, die von ihren Eltern wenig gefördert werden.

Auf die Stärken des Kindes konzentrieren

Vor 20 Jahren entstand das erste Familienzentrum Pen Green in der englischen Arbeiterstadt Corby, gegründet von Margy Whalley. Mit seinen drei Leitlinien hatte das Haus so viel Erfolg, dass im Laufe der Jahre in Großbritannien fast 3.500 Familienzentren, so genannte "Children's Centres", gegründet wurden. Die erste Leitlinie ist: "Jedes Kind ist exzellent." Die pädagogische Arbeit konzentriert sich auf die Stärken und nicht auf die Schwächen des Kindes. Zweitens gilt: "Eltern als die ersten Erzieher sind die Experten ihrer Kinder." Eltern werden in die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher miteinbezogen und müssen mitarbeiten, damit sich Kinder am besten entwickeln können. Und drittens: "Die Kindertageseinrichtung wandelt sich zu einem Kinder- und Familienzentrum." Die Bildungsstätte öffnet sich für die ganze Familie und ist als Dienstleistungs- und Kommunikationszentrum mit anderen Sozialeinrichtungen vernetzt.


Erfolgreicher Schulstart unabhängig vom familiären Hintergrund

Diese hochwertige Vorschulerziehung hat in Großbritannien durchaus messbare positive Ergebnisse erzielt. Besonders der Nachwuchs aus sozial schwachen Familien oder Familien mit Migrationshintergrund profitiert davon und erhält alle Grundlagen für einen guten Schulstart. Die häusliche Erziehung ist zwar ausschlaggebend für die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Kinder. Der Hintergrund der schulischen Ausbildung der Eltern zählt aber kaum, wenn diese von den Erzieherinnen und Erziehern angeleitet werden, ihren Kindern zusätzliche Bildungsangebote zu machen.

Teilnehmen am Leben in der Kita und im Familienzentrum

2001 eröffnete in Berlin das erste Early Excellence Zentrum, gefördert vom Pestalozzi-Fröbel-Haus und von der "Heinz und Heide Dürr Stiftung". Das Pilotprojekt war so überzeugend, dass diese Erfahrungen jetzt auf alle Einrichtungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses übertragen werden. In Deutschland gibt es mit diesem Konzept weitere Einrichtungen, die ein "Leuchtturm" frühkindlicher Bildung werden wollen. Zum Beispiel fördert die Karl-Kübel-Stiftung Early Excellence Projekte wie die Kifaz (Kinder- und Familienzentrum) in Frankfurt-Fechenheim. Das Kifaz hat eine eigene Bibliothek, in der jeden Morgen gelesen wird. Kinder machen Musik mit einem Rentner, der ehrenamtlich regelmäßig dorthin kommt. Der Ort ist ein Treffpunkt für junge Familien zu gemeinsamen Unternehmungen, für Kurse für Eltern teilweise von anderen Eltern. Im Elterncafé tauschen sich Väter und Mütter über Ratschläge zur Erziehung aus. Ziel ist, die Eltern kompetenter und selbstbewusster zu machen, weil man ihnen etwas zutraut – und davon profitieren vor allem ihre Kinder.

 
 
 
 

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