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Redaktion, 04.11.2009

Startschuss für Professionalisierung der Elementarpädagogik

Herausforderungen und Perspektiven der frühkindlichen Bildung beleuchtete die Tagung "Neue Wege gehen" des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Plädiert wurde unter anderem für Weiterbildungsoffensiven und eine einheitliche Hochschulausbildung.

Ausbildung forcieren

Vor welchen Umbrüchen die Elementarpädagogik in Deutschland steht, veranschaulichte Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstitut (DJI): Durch den Ausbau der Krippen-Plätze werden in den nächsten Jahren 50.000 Erzieherinnen und Erzieher benötigt. Neben einer forcierten Ausbildung müsse dieser Bedarf auch durch eine gezielte Reaktivierung derzeit nicht tätiger Erzieherinnen und Erzieher abgedeckt werden. Er forderte auch eine Akademisierung der Ausbildung, denn derzeit haben nur gut vier Prozent der pädagogischen Fachkräfte einen Hochschulabschluss. "Bis zur vollständigen Akademisierung brauchen wir noch 150 Jahre", so Rauschenbach. Der Prozess der Professionalisierung müsse daher durch eine konsequente Weiterbildungsinitiative voran getrieben werden.


Vereinheitlichung notwendig

Ein weiteres Fazit der Tagung: Die bundesweiten, aber auch europaweiten, Ausbildungswege müssen dringend aufeinander abgestimmt werden. Momentan können Interessenten in Deutschland aus knapp 70 Vollzeit- und berufsbegleitenden Pädagogik-Studiengängen an Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Akademien wählen. Eine Vereinheitlichung der bislang sehr unterschiedlichen Studieninhalte und der Abschlüsse sei notwendig. Gute Ansätze dafür bieten, laut Rauschenberg, das "Profi in Kitas"-Programm der Robert Bosch-Stiftung sowie das Professionalisierungs-Projekt des nifbe.

Bessere Rahmenbedingungen statt "Herdprämie"

Diskutiert wurden auch die jüngsten politischen Weichenstellung der neuen Bundesregierung. Dr. Ilse Wehrmann, die als Kita-Beraterin unter anderem für Daimler und RWE tätig ist, kritisierte die so genannte "Herdprämie" und die Kindergelderhöhung. Sinnvoller wäre es, die Rahmenbedingungen, wie beispielsweise den Betreuungsschlüssel in Kitas und die Vergütung der pädagogischen Fachkräfte, zu verbessern: "Wir haben in Deutschland", so Wehrmann, "die höchste Kindergeldquote und die schlechteste frühpädagogische Infrastruktur." Sie plädierte auch für einen bundeseinheitlichen Bildungsplan – anstelle der "unkoordinierten und unverbindlichen Implementierung der 16 verschiedenen Kita-Bildungspläne".

 
 
 
 

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