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Redaktion, 03.07.2009

Frühkindliche Bildung in der Diskussion

Fachleute aus Wissenschaft und Praxis diskutierten kontrovers über Nachteile und Nutzen von Weiterbildungen, die Gründe für den aktuellen Erzieherstreik und den Mehrwert von Kooperationen zwischen Kitas und Grundschulen.

Weiterbildungen werden tariflich nicht honoriert

Frühkindliche Bildung: "Mit Medien leben, spielen, lernen", Fachtagung-Berlin, Podiumsdiskussion
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In einem Impulsstatement bescheinigte Norbert Hocke von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den deutschen Erzieherinnen und Erziehern ein großes Interesse an Fort- und Weiterbildungen. Er kritisierte jedoch, dass sich das Engagement für diese Berufsgruppe auch rechnen müsse: "Weiterbildungen sollten tarifrelevant sein", so Hocke. Zudem müsse man die enorme Arbeitsbelastung des Fachpersonals in den Kitas berücksichtigen. Eine Erzieherin aus dem Publikum wies darauf hin, dass Weiterbildungen häufig aus privater Initiative besucht würden, ohne dass der Arbeitgeber dies in irgendeiner Form honoriere.


Theorie trifft Praxis

Die Podiumsdikussion stand unter dem Titel "Werkstatt Weiterbildung - Hilfe oder lästiges Muss für Erzieherinnen - Ein Beruf verändert sich". Es trafen drei Erzieherinnen mit drei Fachleuten aus Wissenschaft, Gewerkschaft und Forschung aufeinander. Christel Berschet von der Kita "Tabaluga" und Gabriele Strouhal von der Buchfinkenschule in Usingen/Eschbach berichteten von einem gemeinsamen Projekt, das auf Grundlage einer BIBER-Fortbildung entstanden ist. "Das Tandem aus Kita und Grundschule hat sich als sehr fruchtbar erwiesen, weil somit die individuelle Bildungsbiographie des Kindes stärker berücksichtigt werden kann", so Christel Berschet.

Veränderungen in Ausbildung und Fortbildung

Dr. Hans Rudolf Leu vom Deutsches Jugendinstitut (DJI) erläuterte das Ziel der vom DJI begleiteten bundesweiten Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WIFF): Zum einen soll eine größere Transparenz über das, was auf dem Weiterbildungsmarkt geschieht, hergestellt werden. Daneben geht es um Qualitätssicherung sowie um die Entwicklung von Standards in der Weiterbildung. Als drittes Ziel nannte Leu die Klarstellung der Bedingungen, unter denen Weiterbildungen abgerechnet werden können. Prof. Fthenakis sprach von einer "restaurativen Strategie", die nachhaltig nichts an der Gesamtsituation ändere. Er betonte, das Problem müsse "an den Wurzeln gepackt" werden und wies wiederholt auf die Notwendigkeit einer radikalen Veränderung des deutschen Ausbildungssystems hin. Mit seiner provokanten Aussage, Fachkräfte könnten in der Zeit, die sie aktuell in Weiterbildungen investieren, auch ein Medizinstudium abschließen, erntete er zustimmende Reaktionen im Saal. Norbert Hocke stellte die grundlegende Frage: Wie kann ein Konzept aussehen, welches Ausbildung und Weiterbildung insgesamt voranbringt und diese beiden Bereiche nicht isoliert voneinander behandelt?

Kontroverse Diskussion um Qualität frühkindlicher Bildung

Neben der Notwendigkeit grundlegender Veränderungen in der Erzieherausbildung ging es auch um die Frage, wie Fachkräfte digitale Medien nutzen können, um sich weiterzubilden. Thematisiert wurden natürlich auch die Hintergründe und Ursachen des aktuellen Streiks der Erzieherinnen und Erzieher. Ein Beitrag aus dem Publikum wies darauf hin, dass Weiterbildung, wie sie zurzeit in Deutschland organisiert ist, "auf Kosten der Kinder geht, denn die Zeit wird den Kindern weggenommen."


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