Redaktion/PM, 07.07.2010
BUND prüft Kindertagesstätten auf Schadstoffe
Eltern, aber auch Erzieherinnen und Erzieher können ab sofort Staubproben aus Kindertagesstätten auf Schadstoffe überprüfen lassen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will mit der Aktion "Zukunft ohne Gift" auf Schadstoffe im Alltag aufmerksam machen.

Weichmacher beeinträchtigen die Gesundheit
In Kinderspielzeug, Plastikmöbeln und Bodenbelägen sind sie enthalten – Weichmacher, die Kunststoffen wie PVC mehr Elastizität verleihen. Sie strömen aus und werden von Kindern aufgenommen. Mit der Aktion "Zukunft ohne Gift" will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf Gifte im Alltag hinweisen und darüber informieren, wie die Umgebung von Kindern giftfrei gestaltet werden kann. "Giftstoffe, mit denen Kinder in ihren ersten Lebensjahren Kontakt haben, können selbst viele Jahre später noch zu Erkrankungen führen. Deshalb muss für Orte, an denen sich Kinder aufhalten, ein besonders strenger Maßstab gelten", so Patricia Cameron, BUND-Expertin für Chemikalienpolitik. Kindertagesstätten haben nun die Möglichkeit vom BUND ihre Räumlichkeiten nach Schadstoffen untersuchen zu lassen. Denn gerade die langfristigen hormonellen Wirkungen von Weichmachern für Kinder sind längst nicht alle klar.
Belastung von Kindern bereits sehr hoch
Laut Umweltbundesamt ließe sich insbesondere der Weichmacher DEHP im Blut und Urin von praktisch allen Kindern nachweisen. Die Belastung von Kindern sei teilweise bereits so hoch, dass Schäden nicht mehr mit Sicherheit ausgeschlossen werden könnten. Weichmacher können die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane und des Hormonsystems beeinträchtigen.
Auf Weich-PVC verzichten
Bereits beim Einrichten müsse in Kinderzimmern und Kindertagesstätten auf Weich-PVC verzichtet werden, so der BUND. Spielzeug, Kindergeschirr, Boden- und Wandbeläge sollten aus PVC-freiem Material sein. Im Rahmen der Aktion "Zukunft ohne Gift" gibt der Verband außerdem Tipps, wie die Belastung mit schädlichen Chemikalien so gering wie möglich gehalten werden kann.
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