Redaktion/PM, 15.06.2010
Kitas machen fit für nachhaltiges Verhalten
Kindertagesstätten können Kinder für nachhaltiges Verhalten im Alltag sensibilisieren. Das zeigt das Modellprojekt "KITA21 – Die Zukunftsgestalter", das die S.O.F. Save Our Future Umweltstiftung in den vergangenen zwei Jahren im Großraum Hamburg durchgeführt hat.

Für verantwortungsvolles Handeln sensibilisieren
Im Rahmen des Modellprojekts "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" wurde Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kindertageseinrichtungen gefördert und ausgezeichnet. Die etwa 50 beteiligten Kitas setzten im Jahr 2009 Bildungsprojekte zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen um. 35 Einrichtungen erhielten dafür im April die Auszeichnung KITA21. Das Institut für integrative Studien (infis) der Leuphana Universität Lüneburg hat das Projekt evaluiert und die Ergebnisse auf einer Fachtagung in Osnabrück vorgestellt: "Die durch KITA21 initiierten und ausgezeichneten Projekte greifen Alltagsthemen so auf, dass sie zu einer Sensibilisierung für verantwortungsvolles Handeln bei den beteiligten Kindern und Erwachsenen führen", erklärte Professor Dr. Ute Stoltenberg, Leiterin des infis. Bei den Kindern habe sich insbesondere gezeigt, "dass sie sehr wohl weit über ihren Tellerrand hinausblicken, sich in andere Menschen hineindenken und ein starkes Gerechtigkeitsgefühl entwickeln können."
Veränderung der pädagogischen Arbeit
Aus der Evaluation des infis geht hervor, dass drei Viertel der am Modellprojekt beteiligten Erziehenden eine starke Veränderung ihrer pädagogischen Arbeit durch die Auseinandersetzung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung festgestellt haben. Fast 90 Prozent der Befragten sprechen von einem veränderten Blick auf ihre Arbeit, und über 65 Prozent sehen sogar eine deutliche Wirkung auf die gesamte Einrichtungsorganisation. Die Studie zeigt, dass KITA21 einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung leistet.
Projekt bundesweit umsetzen
Die Hamburger Umweltstiftung S.O.F. plant nun das Projekt KITA21 auf andere Bundesländer auszuweiten: "Unser Ziel ist es, KITA21 als Auszeichnungs- und Unterstützungsverfahren für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Kitas weiter zu etablieren", so S.O.F.-Geschäftsführer Ralf Thielebein-Pohl, "dafür suchen wir starke Netzwerkpartner und Förderer, denn ein wesentlicher Erfolgsfaktor von KITA21 liegt in der Verankerung des Systems in den regionalen Strukturen." Das Modellprojekt "KITA21 – Die Zukunftsgestalter" wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) seit 2008 mit rund 120.000 Euro gefördert.
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